24. Jänner 2003

Désirée Vasko-Juhasz

NACH 30 JAHREN ...

RETTUNG DER ELISABETHKAPELLE AM HIMMEL (1854-56)

Bei der dem Verfall preisgegebenen St. Elisabeth-Votivkapelle "am Himmel" (zwischen Sievering und dem Cobenzl, in Wien XIX., Gspöttgraben 5), auf deren von der Denkmalpflege lange Zeit nicht beachtetes Schicksal die Österreichische Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege mehrmals seit 1974 massiv aufmerksam gemacht hat, wurden erste Schritte zur Generalsanierung eingeleitet. Der Spatenstich zur Wiederherstellung des Objektes soll im Frühjahr 2003 stattfinden.

Sisi-Kapelle am Himmel
Über den prekären Zustand des im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten neogotischen Baudenkmals (1854-56), ein Werk des Ringstraßenarchitekten Johann A. Garben, berichtete Univ.-Prof. Dr. Mario Schwarz erstmals in "Steine sprechen" (Nr. 45/46/1974). Ein Bescheid des Bundesdenkmalamtes vom 30. April 1975 rettete damals das unersetzliche Objekt durch die Vermauerung von Eingang und Fenster vor seiner kompletten Zerstörung.

Genau 24 Jahre später erinnerte Mario Schwarz nochmals via einer großen Bildreportage in "Steine sprechen" (Nr.110/1998) an den voranschreitenden Verfall des Ziegelbaujuwels, das anläßlich der Vermählung des Kaiserpaares Elisabeth und Franz Joseph, im Stil des Romantischen Historismus erbaut wurde. Seitens der Gesellschaft sah man nämlich 1998 - im Gedenkjahr des hundertsten Todestages der Kaiserin Elisabeth von Österreich - eine echte Chance, daß nun endlich die notwendige Denkmalpflege bei der Himmel-Kapelle durchgeführt wird.

Doch leider mußten noch 5 Jahre vergehen und erst jetzt - nachdem im August 2002 das Kuratorium Wald die verfallene Kapelle und das umliegende Grundstück erwerben konnte - wurde die überfällige denkmalschützerische Arbeit in Angriff genommen.

Das ehemalige Altarbild von Leopold Kuppelwieser (1856) wurde bereits 1960 demontiert und in den Werkstätten des Bundesdenkmalamtes restauriert . Seit 1986 befindet sich das wertvolle Gemälde im Wiener Dom- und Diözesanmuseum zur Aufbewahrung.

Die Elisabeth-Kapelle am Himmel, für deren Fortbestand die Österreichische Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege nunmehr 30 Jahre lang kämpfte, soll 2004 aufgrund einer Initiative des Kuratoriums Wald zum 150. Geburtstag ihrer Entstehung mitten im Wiener Wald, mit einer weltoffenen Neunutzung, wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Der gemeinnützige Verein Kuratorium Wald wurde 1997 durch die Errichtung des Lebensbaumkreises, auf dem von ihm erworbenen Areal Am Himmel bekannt. Dabei handelt es sich um ein einzigartiges Naturdenkmal mit phonetischen Qualitäten. Das neu geschaffene Landschaftskunstwerk Baumarena mit dem angeschlossenen Café-Restaurant Oktogon erhält nun durch die neue kulturelle Nutzung der Himmel-Kapelle (Architekt Hans Hoffer) eine weitere Attraktion.

Mehr über Architektur und Geschichte zur Kapelle - sowie aktuelle Kontakte - sind neben den beiden o.a. Artikeln in "Steine sprechen" auch unter der homepage von Kuratorium Wald unter www.himmel.at bzw. unter www.sisi-kapelle.at zu erfahren.