S T E I N S P L I T T E R

AKTUELLE NACHRICHTEN AUS DER ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR DENKMAL- UND ORTSBILDPFLEGE Nr. 1, August 2002

Der großartige Publikumserfolg des Buches "Wien - Stadtbildverluste seit 1945", nach dessen Präsentation im Wiener Künstlerhaus im November 2001 nun bereits die zweite Auflage nahezu ausverkauft ist, und die auf den Grundlagen dieses Buches gestaltete Ausstellung "Stadtbildveränderungen seit 1945" in der Wiener Planungswerkstatt vom 16. Mai bis 26. Juni 2002, die zu einer der bisher meistbesuchten Veranstaltungen dieser Informationsstelle der Magistratsabteilung 18 wurde, motivieren die Autoren des Buches - Dieter Klein, Martin Kupf und Robert Schediwy - in Gemeinschaft mit den anderen Vorstandsmitgliedern der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege zu einer neuen Initiative in der Öffentlichkeitsarbeit der Gesellschaft.

Unter dem Titel "Steinsplitter" soll künftig jeweils in der Mitte der neuesten Ausgabe der Zeitschrift "Steine sprechen" ein vierseitiges Mitteilungsblatt eingeheftet werden, welches aktuelle Kurzberichte zur österreichischen Denkmalpflege sowie einen Veranstaltungskalender der Gesellschaft enthält. Das Mitteilungsblatt ist so gestaltet, daß es leicht aus den Heften herausgenommen und auch von der Zeitschrift getrennt aufbewahrt werden kann.

In den letzten Monaten haben gerade in Wien Fragen und Diskussionen zur Stadtbildgestaltung und zur Bewahrung des architektonischen Erbes - vor allem in Zusammenhang mit der Aufnahme des Gebiets der Inneren Stadt Wiens in das "UNESCO - Weltkulturerbe" - hohe Tagesaktualität angenommen. Die Diskussionen wurden vielfach unter heftigen lokalpolitischen Kontroversen geführt und hatten immer wieder auch manipulative Vereinnahmungen dieser kulturhistorischen Thematik zur Folge. Die Österreichische Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege wurde 1947 als überparteiliche kulturhistorische Vereinigung gegründet und erklärt nachdrücklich, dass sie ihre über jeder parteiorientierten Tagespolitik stehenden Grundsatzlinie bewußt beibehalten wird. Umso mehr ist die Gesellschaft jedoch gefordert, ihre streng sachlich begründeten und objektiviert fachbezogenen Stellungnahmen zu aktuellen Fragen abzugeben. Ein Forum für solche Positionierungen ist das nunmehr eröffnete Mitteilungsblatt, eine weitere Orientierungsmöglichkeit bietet die soeben errichtete homepage der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege unter den Adressen:

www.denkmal-ortsbildpflege.at sowie www.steine-sprechen.at

In der homepage der Gesellschaft findet man neben den Namen und Adressen sämtlicher Vorstandsmitglieder der Gesellschaft den vollen Wortlaut der Vereinsstatuten. Künftig werden auch die Protokolle der Hauptversammlungen in der homepage kundgemacht werden. Gleichzeitig erfolgt ein Aufruf an die Mitglieder, uns ihre e-mail-Adresse über unsere homepage bekanntzugeben, sodaß auch kurzfristig angesetzte Veranstaltungen und Aktivitäten rechtzeitig und rasch mitgeteilt werden können.

An dieser Stelle laden wir unsere Mitglieder ein, uns Leserbriefe über aktuelle Beobachtungen (z. B. über auffallende Verwahrlosung historischer Bausubstanz, über Anzeichen oder Nachrichten bevorstehender Abbrucharbeiten, aber auch über positive Privatinitiativen, Rettungen und Restaurierungen von Objekten) zuzusenden, die in dem neuen Mitteilungsgblatt veröffentlicht werden sollen. Die Berichterstattung der Gesellschaft, deren Schwerpunkt bisher vor allem in Wien gelegen ist, soll im Bereich aller Bundesländer gleichmäßig verstärkt werden, womit seit langem festgelegten Vorhaben entsprochen wird. Ein Ziel ist, unsere Mitglieder in den Bundesländern anzuregen, als freiwillige Gebietsberichterstatter zu fungieren. Hier wäre ein Appell anzuschließen, uns zu Dokumentationszwecken Fotos (in Papierform, Dias oder digitale Aufnahmen) von augenscheinlich gefährdeten Objekten mit Angaben von Ort, Aufnahmedatum sowie Reproduktionsgenehmigung für wissenschaftliche Zwecke zuzusenden.

Die Gesellschaft wird künftig an voraus festgesetzten Terminen Informations- und Diskussionsabende einrichten, zu denen sämtliche Mitglieder, aber ebenso interessierte Gäste eingeladen sind. Die Termine dieser Zusammenkünfte werden im Veranstaltungskalender angegeben. Wie schon bisher, wird die Gesellschaft in Zusammenarbeit mit gleichgesinnt orientierten Vereinigungen - z.B. der Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung in Wien oder der Kunsthistorischen Gesellschaft - Vorträge über architekturhistorische und kunsthistorische Themen mit Bezügen zu Denkmalforschung und Denkmalpflege veranstalten. Als zusätzliches Service will die Gesellschaft ihre Mitglieder fallweise auch über aktuelle Veranstaltungen der Österreichischen Gesellschaft für historische Gärten sowie der Österreichischen Sektion des IIC (International Institute for Conservation of Historic and Artistic Works), von DOCOMOMO, EUROPA NOSTRA und von ICOMOS informieren.

Nach oben